Taufe - der Start in ein neues Leben

Die Taufe ist eines der beiden Sakramente in der Evangelischen Kirche, weil sie als heilige Handlung auf eine Weisung von Jesus Christus durchgeführt wird. Im Evangelium nach Matthäus beauftragt der Auferstandene seine Jünger und damit in der Nachfolge die Kirche zur Taufe (Mt 28,18-20): "Denn siehe, mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht zu Jüngern alle Völker. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles das halten, was ich auch euch beigebracht habe. Denn siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an das Ende der Welt."

Die Taufe ist eine einmalige, nicht aufhebbare Handlung, da Gott selbst in ihr wirkt und wird mit Wasser vollzogen. Dabei wird der Täufling auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft.

"Fürchte dich nicht, denn ich habe dich befreit. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir!" Diese Zusage Gottes aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 43,1) steht über jeder Taufe und markiert den Übergang, der durch die Taufe vollzogen wird: ab sofort gehören wir in Gottes Zuständigkeitsbereich und haben dies durch die Taufe auch für die Öffentlichkeit sichtbar zugegeben.

Darum feiern wir Taufe auch immer in einem Gottesdienst mit der gesamten Gemeinde, denn durch die Taufe wird ein Mensch nicht nur Christ, sondern auch ein Mitglied der weltweiten Gemeinschaft der Getauften und der Gemeinde vor Ort.

Die urchristlichen Tauftermine waren zu Ostern und Weihnachten, weil beiden hohen kirchlichen Festen eine Fastenzeit vorangestellt ist und von den Taufanwärtern durchlebt wurde. Heute bieten wir an verschiedenen Sonntagen im Laufe des gesamten Jahres die Möglichkeit zur Taufe an. Die Termine können Sie im Gemeindebüro vereinbaren. Die Vorbereitung auf die Taufe findet dann im Taufgespräch mit einer Pfarrerin oder einem Pfarrer statt, die oder der dann auch die Taufe vollzieht.

Kleines Tauf-ABC:

Das Alter spielt bei der Taufe keine Rolle. Die Taufe von Kindern wird in der Regel von den Eltern erfragt.

Die Bibel liegt der Taufe mit ihren Überlieferungen zugrunde. Gott schafft, segnet und begleitet seine Geschöpfe und schenkt uns die Freiheit zum eigenen Willen. Er ist sich unserer Verletzlichkeit und Endlichkeit bewusst und verspricht uns seine Begleitung bis über unseren Tod hinaus. In der Taufe mit Wasser, das zugleich Lebensbedrohung und Lebensspender ist, wird dies erfahrbar.

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Die Dimissoriale ist nötig, wenn Sie nicht zu unserer Kirchengemeinde gehören, aber gern bei uns Taufe feiern möchten. Hierbei handelt es sich um eine kirchliche Bescheinigung (daher auch der komplizierte, lateinische Name), die von der Pfarrerin oder dem Pfarrer der Wohnortgemeinde ausgestellt wird, damit die Pfarrerin oder der Pfarrer der Wunschtaufgemeinde taufen darf.

Die Erinnerung an die Taufe ist selbstverständlich bei jedem Besuch eines Gottesdienstes mit Taufe gegeben. Einmal im Jahr jedoch feiern wir ein spezielles Tauferinnerungsfest für die Täuflinge, die fünf Jahre zuvor in die Gemeinschaft der Getauften aufgenommen wurden. Erwarten Sie die Einladung!

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Die Kleidung spielt keine Rolle. Hauptsache ist, dass sich der Täufling gut angezogen und wohl fühlt. Das weiße Taufkleid entstammt aus der Tradition der frühen Kirche, wo nach der Taufe das Bußgewand aus der Fastenzeit gegen ein neues, weißes Gewand als Zeichen für das neue Leben getauscht wurde.

Das Licht der Welt geben wir bei jeder Taufe in das Leben der Täuflinge, indem wir die Taufkerze an der Osterkerze entzünden.

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Der Nachweis über die Mitgliedschaft in einer Kirchengemeinde muss von den Paten dann eingeholt werden, wenn sie nicht in der Kirchengemeinde wohnen, in der die Taufe gefeiert werden soll. Fragen Sie in Ihrem Gemeinde- oder Pfarrbüro vor Ort nach einer Patenamtsbescheinigung.

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Das Patenamt ist eine rein kirchliche Angelegenheit und hat keine staatliche Bedeutung für die Vormundschaft. Paten werden bestellt, um die Eltern bei der christlichen Erziehung ihrer getauften Kinder zu unterstützen. Die Paten müssen einer Religionsgemeinschaft angehören, die ebenfalls die sogenannte Magdeburger Erklärung zum gegenseitigen Anerkennens der Taufe unterzeichnet hat. Fragen Sie die Pfarrerin oder den Pfarrer danach.

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Die Sprüche zur Taufe werden von den Eltern und Paten ausgewählt und sollen als Lebensbegleiter den Täufling unterstützen, ihn trösten und ihm helfen. In der Evangelischen Kirche entstammen diese Taufsprüche dem Schatz der Bibel. Hilfestellung bei der Auswahl bietet die Website www.taufspruch.de.

Die Trauben hinter dem Taufstein in der Christuskirche Neubeckum sind ganz besondere Früchtchen. Jeder Täufling wird hier mit seinem Namen und dem Taufdatum Bestandteil der Kirche, bis wir nach fünf Jahren die Trauben in die Hände ihrer Besitzer beim Tauferinnerungsfest übergeben.

Die Urkunde über die Taufe kann auf der Rückseite der Geburtsurkunde eingefügt werden. Selbstverständlich erstellen wir gern separate Urkunden über die vollzogene Taufe.

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Das Wasser der Taufe steht symbolisch für die Fragilität menschlichen Lebens. Flutkatastrophen haben nicht nur zu biblischen Zeiten Leben vernichtet. Doch wissen wir selbst, dass wir ohne Wasser nicht leben können. Das Wasser in der Taufe steht für beides, wie Martin Luther sehr drastisch sagte: "Der alte Adam wird ersäuft, der neue Christ wird aus den Fluten der Taufe geboren." Das Wasser in der Taufe soll fließen und nicht ängstigen, daher ist es heute üblich, die Stirn des Täuflings mit Wasser zu begießen. In einigen christlichen Traditionen hat sich die Taufe durch Untertauchen des gesamten Körpers erhalten.

XYZitate und Lebensweisheiten können nur als Taufspruch eingesetzt werden, wenn sie biblischen Ursprungs sind. Hilfestellung bietet die Website www.taufspruch.de.